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Kaufberatung

Seat Arona – Compañero urbano

Der Seat Arona erhielt seine Bezeichnung von der gleichnamigen Stadt auf Teneriffa. Obgleich es vermutlich passender wäre, wenn der neue Crossover einen Stadtnamen der kleinen Baleareninsel erhalten hätte.


Denn ziemlich deutlich zeichnen sich die Gene aus dem Seat Ibiza auch am und im neuen Seat Arona ab.


Noch kein Jahr auf dem Markt, testen wir das im katalonischen Martorell gebaute Crossover-SUV in der komfortorientierten Ausstattungslinie XCELLENCE mit dem 115 PS starken 1.0-Liter-Benziner und 7-Gang DSG.


Exterieur –  Wonnevolle Erscheinung

Im schicken Farbton Mystic und dazu kontrastierendem Dach in Pirineos Grau zeigt sich unser Seat Arona von seiner Schokoladenseite. Die Front des kleinen Crossover-SUV strotzt nur so vor Seat-DNA, die markant gezeichneten Voll-LED-Scheinwerfer samt scharfem Tagfahrlicht-Framing lassen keinen Zweifel an der Markenzugehörigkeit zu.


In der Seitenansicht lässt sich der Seat Arona dagegen nicht sofort einer Klasse zuordnen. Ein bisschen (Mini-)Van, ein bisschen SUV, platziert zwischen Kleinwagen- und Kompaktklasse. Spannungsreich zeigt sich indes das Spiel zwischen recht straight verlaufender Gürtel- und ansteigender Fensterlinie. Die sehr dicht beieinander liegenden C- und D-Säulen – welche von außen wie vereint wirken – verstärken diesen Eindruck.


Den Abschluss bildet ein vanartiges Heck, welches mit Kanten, Falzen und Sicken nicht geizt. Die ebenso markant eingelassenen Heckleuchten greifen die Linienführung der Scheinwerfer wieder auf und zeigen dadurch eine unverkennbare Lichtsignatur. Der unten platzierte ARONA-Schriftzug erinnert ein klein wenig an den größeren Bruder Ateca.


Interieur – Ibiza Calling

Im Inneren des Seat Arona fällt die Verwandtschaft zum Seat Ibiza am ehesten auf. Cockpit und Mittelkonsole sind nahezu identisch mit dem spanischen Kleinwagen, was per se jedoch gut zum Gesamtpaket des kleinen Crossover passt. Dekorelemente im Aluminium-Look werten den Innenraum zusätzlich auf.


Die vorderen Sitze mit einem angedeuteten Seitenhalt und überschaubarer Beinauflage erweisen sich dennoch bequem und angenehm sowie nicht zu straff gepolstert. Bei den Türen wurde dagegen an den Fensterrahmen mehr gespart und man erblickt an diversen Stellen das Blechkleid der Türen. Das wirkt aber weder spartanisch, noch billig. Denn dank der entsprechend der Außenhaut gegebene Farbgebung wirkt das Zusammenspiel von Verkleidung und Lack durchaus erfrischend.


Als haptisch etwas unangenehm möchten wir an dieser Stelle das Lenkrad bezeichnen. Wenngleich der Innenraum inklusive Polsterung und Materialanmutung durchaus attraktiv erscheint, so mag das Lenkrad schlicht nicht in das Gesamtbild passen. Da macht das Dreispeichen-Lederlenkrad der FR-Versionen einen besseren, wertigeren Eindruck.


Die Platzverhältnisse im Seat Arona gehen für seine Abmessungen vollkommen in Ordnung. Auf der hinteren Sitzreihe müssen sich großgewachsene Passagiere etwas einschränken, aber eine Klappmesser-Simulation muss nicht erlernt werden, um mitfahren zu können.


Der Kofferraum fasst immerhin stolze 400 Liter und wenn man die geteilte Rückbank komplett umklappt, werden gar 1.280 Liter verfügbar. In dieser Klasse muss sich der Seat Arona damit alles andere als verstecken.


Motor & Fahreigenschaften – obligate Triebe

Das Herz des kleinen spanischen SUV besteht aus einem 1.0-Liter Dreizylinder Turbobenziner mit 115 PS und einem maximalen Drehmoment von 200 Newtonmetern. Im getesteten Seat Arona übernahm die Kraftübertragung ein 7-Gang-DSG und leitete diese an die Vorderräder. Der bei SEAT 4Drive genannte Allradantrieb steht für den Seat Arona übrigens nicht zur Verfügung.


Insgesamt erwies sich der Motor im Test als drehfreudig, kernig und sparsam, ohne durch seinen spritzig erscheinenden Charakter ein gewisses spanisches Temperament vermissen zu lassen. Auch der typische rau klingende Dreizylindersound war gut vernehmbar und gefiel beim Test besser, als so manch unscheinbarer Vierzylinder anderer Hersteller.


In der Stadt ist man mit den 115 Pferdchen bestens gerüstet. Die kompakten Ausmaße sorgen zudem dafür, dass selbst enge Parklücken locker zu meistern sind.


Vergleicht man auch hier wieder direkt mit dem Ibiza, so macht sich unter anderem die höhere Sitzposition bemerkbar, die für eine etwas bessere Rundumsicht sorgt. Diese wird jedoch durch die recht massive D-Säule geschmälert, sodass eine urbane Klientel im Interesse der Vermeidung von Kaltverformungen in eine – übrigens gestochen scharfe – Rückfahrkamera investieren sollte.


Der Sprint von null auf 100 km/h bekommt nach exakt zehn Sekunden den Vermerk „ad acta“. Auf der Autobahn hat es der Dreizylinder im Seat Arona nicht schwer, Geschwindigkeiten bis 160 km/h zu erreichen. Danach wird es jedoch erwartungsgemäß etwas zäher. Die Höchstgeschwindigkeit überboten wir laut Tacho um 12 km/h, sodass nach etwas Anlauf immerhin 194 km/h auf dem digitalen Infodisplay abzulesen waren.


Die optionale Fahrprofilauswahl macht sich im kleinen Spanier vor allem im Federungskomfort bemerkbar. Ist die Stellung „Comfort“ aktiviert, so neigt der Arona bei hohem Tempo zu dezenter Windanfälligkeit, was im Modus „Sport“ nahezu gänzlich abgelegt wird. Gleiches macht sich auch in zügiger durchfahrenen Kurven bemerkbar, bei denen das Fahrzeug im Sportmodus erstaunlich souverän bleibt. Quittiert wird eine solche Fahrweise nicht etwa von zweistelligen Werten. Mehr als 8,7 Liter pro 100 Kilometer konnten wir dem kleinen Crossover nicht entlocken.


Im städtischen Bereich präferiert sich wiederum der „Comfort“-Modus, bei dem auch unverschämte Verwerfungen der Fahrbahn mit einer fast selbstverständlichen Souveränität geschluckt werden.


Das DSG zeigt derweil eine leichte Anfahrschwäche, die sich in einem häufig auftretenden Rucken beim Anfahren – beispielsweise an einer Ampel – äußert.  Ansonsten schaltet das Doppelkupplungsgetriebe zackig und vor allem im Sportmodus sehr reaktionsfreudig.


Der Verbrauch des Seat Arona hielt sich im gesamten Testzeitraum deutlich in Grenzen. Die angegebenen fünf Liter haben wir auf unseren Testfahrten zwar nicht erreicht, dennoch deuten die von uns gemessenen 6,3 Liter nicht auf ungezügelten Durst hin. Im Stadtverkehr sind es gut sieben Liter und bei zurückhaltendem Cruisen über Land werden es auch mal knapp weniger als sechs Liter, die sich die drei Brennkammern genehmigen.


Assistenz, Komfort, Sicherheit

Die Anzahl an Assistenzsysteme und anderen Helferlein in unserem Testwagen war in der Tat beachtlich.


Ein Paket, bestehend aus ACC inklusive Müdigkeitserkennung und dem schlüssellosen Zugangssystem „Kessy“ kostet gerade einmal 200 Euro und ist aus Sicht der Redaktion die wohl sinnvollste Investition in den Seat Arona. Benannter adaptiver Tempomat ACC funktioniert erstklassig und braucht sich in keiner Weise vor seinen Pendants in größeren Fahrzeugen verstecken. Flüssig passt er die Geschwindigkeiten an den Vordermann an und verliert auch bei plötzlich in den Sicherheitsabstand einscherenden Fahrzeugen nicht gleich die Contenance.


Dass dieser nur bis zu einer Geschwindigkeit von 210 km/h arbeitet, ist angesichts der Höchstgeschwindigkeit von 182 km/h – der stärkste Arona ist maximal 205 km/h schnell – zu vernachlässigen.


Auch der Totwinkelassistent verrichtete während unserer Tests seine Arbeit ohne Fehler und der Einparkassistent inklusive Sensoren ringsum plus besagter Rückfahrkamera erleichtern das Parken und Rangieren deutlich.


Sehr löblich ist die extrem schnell wärmende Sitzheizung der vorderen Sitze. Heizung ist hier übrigens wörtlich zu nehmen, denn die Sitzfläche wird auf Stufe zwei derart heiß, dass die meisten Kollegen manuell auf Stufe eins gewechselt haben, noch bevor es der Seat in Eigenregie tat.


Auf Wunsch gibt es ein Soundsystem aus dem Hause Beats, welches sich im Test als ausgesprochen bassbetont erwiesen hat und in puncto Tiefen so manches Bose-System alt aussehen lässt. Auch die Höhen kommen recht gut zur Geltung, während die Mitten an vielen Stellen schlicht verschluckt werden. Alles in allem ist das Upgrade jedoch ein Quantensprung im Vergleich zur Serienanlage.


Ebenfalls sehr komfortbel erwies sich die kabellose weil induktive Ladestation am vorderen Ende der Mittelkonsole. Diese war so verlässlich, dass es gleichgültig war, wie man das Smartphone positionierte. Der Ladevorgang startete immer – bravo!


Die optionalen Voll-LED-Scheinwerfer erwiesen sich im Test als erste Wahl für Nachtschwärmer. Zieht man hier den Seat Ibiza als Vergleich heran, so leuchten die Dioden des Arona geringfügig homogener und ein Stück weitläufiger.


In der Praxis ergibt sich so ein gleichmäßiger Lichtteppich, der auch mit seiner Helligkeit vollkommen überzeugen kann und vor allem für Fahrer, die oft bei Dunkelheit unterwegs sind, sehr zu empfehlen ist. Mit 600 Euro schlagen die lichtemittierenden Dioden außerdem kein allzu großes Loch ins Budget.


Varianten und Preise des Seat Arona

Von den vier Ausstattungslinien des Seat Arona stellt das Reference die Basis dar und bietet mit 16.290 Euro den günstigsten Einstiegspreis in das spanische Crossover-Segment. Serienmäßig sind hier unter anderem bereits ein Berganfahrassistent, ein Umfeldbeobachtungssystem Front Assist mit City-Notbremsfunktion und Fußgängererkennung an Bord.


Die weiteren Level stellen sich wie folgt dar:


Style – zusätzlich mit Klimaanlage, Multifunktionslenkrad, LED-Tagfahrlicht und vieles mehr ab 18.820 Euro
XCELLENCE – on top mit LED-Heckleuchten, KESSY, Parkhilfe, Tempomat, Müdigkeitserkennung, Klimaautomatik, 16-Zoll-Leichtmetallräder und mehr ab 20.820 Euro
FR – das Topmodell besitzt obendrein eine Differenzialsperre XDS und diverse FR-Designelemente, 17-Zoll-Räder und SEAT Drive Profile für mindestens 21.620 Euro


Als Motorisierungen dienen drei Benziner und zwei Dieselmotoren:


1.0 Eco TSI mit 95 PS 1.0 Eco TSI mit 115 PS
1.5 Eco TSI mit 150 PS
1.6 TDI mit 95 PS
1.6 TDI mit 115 PS


Alle Motoren werden mit manuellem Schaltgetriebe kombiniert, die beiden Modelle mit unter 100 PS Leistung erhalten ein 5-Gang-Getriebe, alle anderen ein 6-Gang-Getriebe. Ausnahme bildet der 1.0 TSI mit 115 PS, der für ungefähr 1.600 Euro Aufpreis auch mit dem hier getesteten 7-Gang-DSG kombiniert werden kann.


Stattet man den FR mit dem teuersten Motor, dem 1.6 TDI und 115 PS sowie mit allem aus, was der Konfigurator außerdem hergibt, landet man ohne Zubehör und Garantieerweiterungen bei gut 31.000 Euro.


Fazit – Urbaner Trendsetter

Der Seat Arona polarisiert, indem er das Segment der Crossover-City-SUVs für sich neu definiert. Die sehr kompakten Abmessungen in Verbindung mit unzähligen Individualisierungsmöglichkeiten, einem niedrigen Verbrauch und vor allem dem moderaten Anschaffungspreis prädestinieren den kleinen Spanier nicht nur als Alternative zum Ibiza, sondern auch zu einer potentiellen eierlegenden Wollmilchsau im Mini-Format aus dem Hause Seat.


Es bleibt abzuwarten, inwieweit die konzerninterne Konkurrenz etwa mit einem VW T-Cross oder einem Skoda Polar auftreten wird. Den anderen Wettbewerbern gegenüber sollte sich der Seat Arona in diversen Punkten behaupten können. Im neu definierten Segment namens City-SUV, dürfte er aktuell die wichtigste Kategorie sogar anführen: SUV mit stadtkonformen Abmessungen.


Technische Daten: Seat Arona XCELLENCE 1.0 EcoTSI DSG

Farbe: Mystic / Dach in Pirineos Grau
Länge x Breite x Höhe (m): 4,14 x 1,78 x 1,55 Radstand in mm: 2.566
Motor: Dreizylinder Turbobenzinmotor mit Start/Stopp-Funktion
Leistung: 85 kW (115 PS) bei 5.000 – 5.500 rpm
Hubraum: 999 ccm
Max. Drehmoment: 200 Nm bei 2.000 – 3.500 rpm
Getriebe: 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe DSG
Antrieb: Front
Verbrauch kombiniert (NEFZ-Norm): 5.0 L/100 km
Durchschnittsverbrauch: 6,3 L/100 km
CO2-Emissionen (Herstellerangabe): 114 g/km
Abgasnorm: Euro 6
Höchstgeschwindigkeit: 182 km/h
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h: 10 Sekunden
Leergewicht: 1.210 kg
Laderaumvolumen: 400 Liter (1.280 Liter bei umgeklappten Rücksitzlehnen)
Kraftstofftank: 40 Liter
Neupreis des Testwagens: 28.714 Euro


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