
Reifen wechseln: Wann es nötig ist und was es kostet
Letzte Aktualisierung: 18.03.2026
Wann ist der richtige Zeitpunkt? Kann man die Räder selbst wechseln? Was kostet der Wechsel in der Werkstatt? Und wann müssen Reifen wirklich ersetzt werden? In diesem Ratgeber erfährst du, wann ein Wechsel sinnvoll oder notwendig ist, wie du Räder am Auto selbst wechselst und mit welchen Kosten du rechnen musst.
Reifen wechseln: Die wichtigsten Punkte auf einen Blick
Im Alltag ist mit Reifen wechseln oft der Radwechsel gemeint.
Für Sommer- und Winterreifen orientieren sich viele an der O-bis-O-Regel: von Oktober bis Ostern.
In Deutschland gilt eine situative Winterreifenpflicht bei winterlichen Straßenverhältnissen.
Reifen müssen nicht nur saisonal gewechselt, sondern bei zu wenig Profil, Schäden oder hohem Alter ersetzt werden.
Wer Räder selbst wechselt, braucht Wagenheber, Radkreuz oder Nuss, Drehmomentschlüssel und einen sicheren Stellplatz.
Beim Wechsel sollten Handbremse angezogen, der richtige Hebepunkt genutzt und die Schrauben über Kreuz angezogen werden.
Nach dem Wechsel sind Reifendruck, Drehmoment und das Nachziehen nach 50 bis 100 km wichtig.
Werkstattkosten hängen davon ab, ob es nur um den Radwechsel, zusätzlich um Einlagerung oder um einen echten Reifenwechsel auf der Felge geht.
Reifen wechseln oder Räder wechseln – was ist der Unterschied?

Die Begriffe werden oft durcheinandergebracht. Für Kosten, Aufwand und die richtige Anleitung ist der Unterschied aber wichtig.
Radwechsel am Auto
Beim Radwechsel wird das komplette Rad am Fahrzeug getauscht, also:
Felge
montierter Reifen
komplette Einheit
Das ist der typische saisonale Wechsel zwischen Sommer- und Winterrädern.
Reifenwechsel auf der Felge
Ein echter Reifenwechsel bedeutet, dass der Reifen von der Felge abgezogen und ein anderer aufgezogen wird. Danach müssen die Räder in der Regel auch neu gewuchtet werden.
Das macht normalerweise eine Werkstatt oder ein Reifenservice.
Warum der Unterschied wichtig ist
Der Unterschied wirkt klein, ist aber im Alltag entscheidend:
Anlass für den Wechsel richtig einordnen
| Anlass | Was zu tun ist | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Wechsel Sommer auf Winter | Räder saisonal tauschen | Profiltiefe, Reifendruck, DOT prüfen |
| Wechsel Winter auf Sommer | Räder saisonal tauschen | Zustand und Laufrichtung kontrollieren |
| Reifen stark abgefahren | Reifen ersetzen | gesetzliche Mindestprofiltiefe reicht oft nicht für gute Sicherheit |
| Reifen beschädigt oder alt | Reifen prüfen und oft ersetzen | Risse, Beulen, ungleichmäßige Abnutzung ernst nehmen |
Sommerreifen und Winterreifen: der richtige Zeitpunkt
Viele orientieren sich an der bekannten O-bis-O-Regel:
Winterreifen von Oktober bis Ostern
Sommerreifen danach
Das ist keine starre gesetzliche Vorschrift, aber eine praktische Orientierung.
In Deutschland gilt keine feste Winterreifen-Saison, sondern eine situative Winterreifenpflicht. Das bedeutet: Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte musst du mit passender Bereifung unterwegs sein.
O-bis-O-Regel einfach erklärt
Die O-bis-O-Regel hilft vor allem bei der Planung. Sie ist praktisch, weil der Reifenwechsel oft sonst zu spät angegangen wird.
Trotzdem zählt am Ende das Wetter. Wenn es im Oktober noch mild ist oder im März noch winterlich, kann der tatsächliche Wechselzeitpunkt etwas abweichen.
Wie oft sollte man Reifen wechseln?
Saisonale Räder werden in der Regel zweimal pro Jahr gewechselt:
einmal auf Winterräder
einmal zurück auf Sommerräder
Unabhängig davon gilt: Reifen sollten zusätzlich kontrolliert werden auf:
Profiltiefe
Alter
sichtbare Schäden
ungleichmäßige Abnutzung
Wann müssen Reifen ersetzt werden?
Nicht jeder Reifen, der gewechselt wird, muss auch ersetzt werden. Manchmal ist nur der saisonale Tausch fällig. In anderen Fällen ist der Reifen am Ende seiner Nutzungsdauer angekommen.
Mindestprofiltiefe und empfohlene Profiltiefe
Die gesetzliche Mindestprofiltiefe liegt bei 1,6 mm. Für die Praxis ist das aber eher die absolute Untergrenze.
Viele Experten empfehlen:
Sommerreifen: besser nicht unter ca. 3 mm
Winterreifen: besser nicht unter ca. 4 mm
Gerade bei Nässe oder Schnee macht das einen großen Unterschied beim Bremsweg und bei der Traktion.
Reifenalter und DOT-Nummer
Auch wenn das Profil noch akzeptabel aussieht, können Reifen altern. Die sogenannte DOT-Nummer zeigt dir das Herstellungsdatum.
Beispiel:
DOT 2223 bedeutet: 22. Kalenderwoche im Jahr 2023
Mit zunehmendem Alter kann das Gummi härter werden. Dann lässt die Leistung nach, auch wenn der Reifen äußerlich noch brauchbar wirkt.
Schäden, ungleichmäßige Abnutzung und Warnzeichen
Diese Punkte sprechen dafür, dass ein Reifen geprüft oder ersetzt werden sollte:
Risse im Gummi
Beulen
eingefahrene Fremdkörper
einseitige Abnutzung
Sägezahnbildung
spürbare Vibrationen
Luftverlust
Wer so weiterfährt, spart meist nur kurzfristig und riskiert später höhere Kosten oder Sicherheitsprobleme.
Reifen selber wechseln: Was du vorher brauchst

Wer den saisonalen Radwechsel selbst machen will, sollte nicht einfach loslegen. Gute Vorbereitung macht den Unterschied.
Werkzeugliste
Für den Radwechsel zuhause brauchst du meist:
Wagenheber
passendes Werkzeug für die Radschrauben oder Radmuttern
Drehmomentschlüssel
Unterlegkeile oder zusätzliche Sicherung, wenn vorhanden
Handschuhe
Kreide oder Markierung für die Radposition
Luftdruckprüfer oder Zugang zu einer Luftpumpe
Sicherer Stellplatz und Vorbereitung
Der Stellplatz sollte:
eben
fest
gut beleuchtet
verkehrssicher
sein.
Nicht geeignet sind zum Beispiel:
schräger Untergrund
weicher Boden
unruhiger Straßenrand ohne Absicherung
Handbremse beim Reifenwechsel und weitere Sicherheitsregeln
Ja, die Handbremse sollte beim Reifenwechsel angezogen sein. Zusätzlich gilt:
Gang einlegen oder bei Automatik auf P
Fahrzeug gegen Wegrollen sichern
nur die vorgesehenen Hebepunkte nutzen
nie unter einem Auto arbeiten, das nur auf dem Wagenheber steht
Reifen wechseln am Auto: Schritt-für-Schritt-Anleitung
Die folgende Anleitung bezieht sich auf den typischen Radwechsel am Auto.
Fahrzeug sichern
Auto auf ebenem Untergrund abstellen.
Motor ausstellen.
Handbremse anziehen.
Gang einlegen oder Automatik auf P stellen.
Falls vorhanden, Keile zur Sicherung verwenden.
Radschrauben anlösen
Bevor das Auto angehoben wird:
Radkappe entfernen, falls nötig.
Radschrauben leicht anlösen.
Noch nicht komplett herausdrehen.
Das geht am sichersten, solange das Rad noch Bodenkontakt hat.
Auto richtig anheben
Wagenheber an der vorgesehenen Stelle ansetzen.
Fahrzeug langsam anheben.
Nur so weit anheben, bis das Rad frei ist.
Die korrekten Hebepunkte findest du in der Betriebsanleitung.
Räder wechseln
Schrauben vollständig lösen.
Rad abnehmen.
Neues Rad aufsetzen.
Schrauben von Hand eindrehen.
Achte dabei auf:
richtige Laufrichtung
passende Achse, wenn die Räder markiert wurden
sauberen Sitz auf der Nabe
Schrauben über Kreuz anziehen
Die Schrauben werden zuerst gleichmäßig über Kreuz angezogen. So sitzt das Rad sauber an.
Erst wenn das Fahrzeug wieder abgesenkt ist, wird mit dem korrekten Drehmoment festgezogen.
Drehmoment, Reifendruck und RDKS prüfen
Nach dem Absenken:
Schrauben mit dem vorgeschriebenen Drehmoment festziehen.
Reifendruck prüfen und anpassen.
Falls vorhanden, Reifendruckkontrollsystem kontrollieren oder zurücksetzen.
Die genauen Drehmomentwerte unterscheiden sich je nach Fahrzeug und Felge.
Nach dem Reifenwechsel: Diese Punkte sind wichtig
Der Wechsel ist mit dem Festziehen der Schrauben nicht komplett abgeschlossen.
Radmuttern nach 50 bis 100 km nachziehen
Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Nach einigen Kilometern sollten die Radschrauben oder Radmuttern noch einmal kontrolliert und gegebenenfalls nachgezogen werden.
Das gilt besonders nach einem saisonalen Radwechsel.
Reifendruck prüfen
Der richtige Reifendruck ist wichtig für:
Fahrsicherheit
Reifenverschleiß
Verbrauch
Komfort
Prüfe den Luftdruck am besten im kalten Zustand und orientiere dich an den Herstellerangaben.
Laufrichtung und Position kontrollieren
Kontrolliere nach dem Wechsel:
sitzt jedes Rad korrekt?
stimmt die Laufrichtung?
sind Ventilkappen vorhanden?
wurde das richtige Set montiert?
| Art der Lagerung | Empfohlene Methode |
|---|---|
| Reifen mit Felge | liegend stapeln oder hängend lagern |
| Reifen ohne Felge | stehend lagern und regelmäßig etwas drehen |
Reifen richtig lagern
Wer die Räder zuhause lagert, sollte auf gute Bedingungen achten.
Kühl, trocken und dunkel lagern
Ideal ist ein Lagerort, der:
trocken
kühl
sauber
möglichst dunkel
ist.
Direkte Sonne, starke Wärme und Feuchtigkeit können dem Material schaden.
Reifen mit und ohne Felge unterschiedlich lagern
Die Lagerung hängt davon ab, ob die Reifen auf Felgen montiert sind:
Wer wenig Platz hat, kann auch eine Einlagerung beim Reifenservice nutzen.
Was kostet Reifen wechseln?
Die Kosten hängen stark davon ab, was genau gemacht wird.
Kostenübersicht: Werkstatt, Einlagerung und Montage
| Kostenart | Typischer Preisbereich | Was meist enthalten ist |
|---|---|---|
| Einfacher Radwechsel | ca. 30 bis 60 Euro | Wechsel von Sommer- auf Winterräder oder umgekehrt |
| Radwechsel mit Einlagerung | ca. 60 bis 120 Euro | Wechsel plus saisonale Lagerung |
| Reifenmontage auf Felge | ca. 15 bis 40 Euro pro Reifen | Aufziehen des Reifens, oft ohne alle Zusatzleistungen |
| Wuchten zusätzlich | oft extra oder im Paket enthalten | Ausgleich von Unwuchten |
| Kompletter Reifenservice | je nach Umfang deutlich höher | Montage, Wuchten, Ventile, Entsorgung, teils Einlagerung |
Reifenwechsel in der Werkstatt
Wenn es um den klassischen saisonalen Radwechsel geht, bleiben die Kosten oft überschaubar. Der Preis hängt unter anderem ab von:
Region
Werkstattart
Felgengröße
Fahrzeugtyp
zusätzlichem Service
Reifenwechsel mit Einlagerung
Viele Werkstätten bieten Pakete an, die neben dem Wechsel auch die Einlagerung enthalten. Das spart Platz zuhause und ist praktisch, kostet aber entsprechend mehr.
Was kostet echter Reifenwechsel auf der Felge?
Wenn neue Reifen auf bestehende Felgen montiert werden, steigen Aufwand und Preis. Dazu kommen oft:
Wuchten
neue Ventile
Entsorgung alter Reifen
gegebenenfalls RDKS-Service
Selbst machen oder Werkstatt?
Selbst wechseln kann Geld sparen, wenn du:
das richtige Werkzeug hast
einen sicheren Platz hast
weißt, was du tust
Zur Werkstatt ist es oft sinnvoller, wenn:
du unsicher bist
das Auto spezielle Anforderungen hat
du keine passende Ausrüstung hast
statt Radwechsel ein echter Reifenwechsel nötig ist
Typische Fehler beim Reifenwechsel
Viele Probleme entstehen nicht durch den Reifen selbst, sondern durch kleine Fehler beim Wechsel.
Falsches Drehmoment
Zu locker angezogene Schrauben sind gefährlich. Zu fest angezogene Schrauben können Gewinde oder Bauteile belasten.
Handbremse vergessen oder falsch anheben
Ein ungesichertes Auto kann sich bewegen. Falsch gesetzte Wagenheber können Schäden verursachen.
Alte oder beschädigte Reifen weiterfahren
Ein Reifen mit gutem Restprofil ist nicht automatisch in gutem Zustand. Alter, Schäden und Aushärtung spielen ebenfalls eine Rolle.
Fazit: Reifen rechtzeitig und sicher wechseln

Reifen wechseln ist im Alltag oft der saisonale Wechsel von Sommer- und Winterrädern. Genau dieser Vorgang lässt sich mit etwas Vorbereitung häufig selbst erledigen. Entscheidend sind dabei Sicherheit, korrektes Werkzeug und sauberes Arbeiten.
Genauso wichtig ist aber die zweite Ebene: Reifen müssen auch dann ersetzt werden, wenn Profil, Alter oder Zustand nicht mehr passen. Wer regelmäßig prüft, rechtzeitig wechselt und die Nachkontrolle nicht vergisst, fährt sicherer und vermeidet unnötige Folgekosten.
Wenn du gerade überlegst, ob dein aktuelles Auto noch zu deinem Alltag passt, können auch Themen wie Reifengröße, saisonale Kosten und Wartungsaufwand eine Rolle spielen. Bei Autohero lassen sich Fahrzeuge transparent vergleichen, was bei der Suche nach einem alltagstauglichen Modell hilfreich sein kann.