
Umweltplakette: Was ist das, wer braucht sie und wo bekommst du sie?
Letzte Aktualisierung: 18.06.2026
Die Umweltplakette ist eine farbige Klebemarke, die du brauchst, um mit deinem Auto in eine deutsche Umweltzone einzufahren. Ob sie noch aktuell ist, was sie kostet und wo du sie bekommst – all das erfährst du hier. Außerdem: Was gilt für Elektroautos, ausländische Fahrzeuge und Oldtimer?
Das Wichtigste im Überblick:
In Deutschland gibt es rund 36 aktive Umweltzonen – wer ohne gültige Plakette einfährt, zahlt 100 Euro Bußgeld.
Seit etwa 2012 ist nur noch die grüne Plakette (Schadstoffgruppe 4) flächendeckend akzeptiert.
Die Plakette kostet zwischen 5 und 20 Euro und hat kein Ablaufdatum.
Elektroautos brauchen formal ebenfalls eine grüne Plakette – trotz null Lokalemissionen.
Motorräder, Fahrzeuge mit H-Kennzeichen und bestimmte Sonderfahrzeuge sind von der Pflicht ausgenommen.
Was ist eine Umweltplakette – und ist sie noch Pflicht?
Die Umweltplakette – auch Feinstaubplakette genannt – ist eine farbige Vignette, die die Schadstoffklasse eines Fahrzeugs kennzeichnet. Sie wurde 2007 auf Basis der Kennzeichnungsverordnung (35. BImSchV) eingeführt, um den Zugang zu Umweltzonen zu regeln. Wo eine Umweltzone ausgeschildert ist, darfst du nur mit gültiger Plakette einfahren.
Ja, die Umweltplakette ist weiterhin Pflicht – es gibt derzeit keine Pläne, sie abzuschaffen. In allen rund 36 aktiven Umweltzonen in Deutschland – darunter Berlin, München, Stuttgart und Köln – ist eine gültige grüne Plakette Voraussetzung für die Einfahrt. Wer ohne Plakette erwischt wird, zahlt 100 Euro.
Die Plakette ist dabei fahrzeuggebunden, nicht fahrerbezogen. Sie gilt unbefristet und muss nicht erneuert werden – solange sich die Schadstoffklasse des Fahrzeugs nicht ändert.
Welche Farben gibt es – und welche zählt noch?
Das System kennt drei Farben:
| Farbe | Schadstoffgruppe | Typische Fahrzeuge | Aktuell relevant? |
|---|---|---|---|
| Rot | 1 | Ältere Diesel, Benziner ohne Kat | Nein – kaum noch zugelassen |
| Gelb | 2 | Euro-2-Diesel, ältere Benziner | Nein – in fast allen Zonen nicht mehr erlaubt |
| Grün | 4 | Euro-4-Diesel, Euro-1-Benziner mit Kat und neuere | Ja – einzig praktisch relevante Plakette |
In der Praxis ist seit Jahren nur die grüne Plakette relevant. Rote und gelbe Fahrzeuge dürfen in nahezu keine Umweltzone mehr einfahren. Die Farbzuordnung richtet sich nach der Emissionsklasse des Fahrzeugs, nicht nach dem Alter allein.
Welche Emissionsklasse dein Fahrzeug hat, steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Feld 14.1). Alternativ kannst du die Fahrzeugidentifikationsnummer (FIN) beim Kraftfahrt-Bundesamt oder bei den offiziellen Prüfstellen abfragen.
Wo bekommst du die grüne Umweltplakette?
Die Plakette bekommst du bei mehreren offiziell anerkannten Stellen – persönlich oder online:
Persönliche Ausgabestellen:
TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS (alle vier sind offiziell zugelassen)
Kfz-Zulassungsstellen der Städte und Gemeinden
Autorisierte Kfz-Werkstätten
ADAC-Geschäftsstellen
Online-Bestellung:
Über die offiziellen Webshops von TÜV SÜD, DEKRA oder ADAC
Über die Zulassungsstelle direkt
Vorsicht bei privaten Drittanbieter-Shops: Die Plakette muss von einer offiziell anerkannten Stelle ausgegeben werden.
An Tankstellen:
Früher war die Plakette vereinzelt an Tankstellen erhältlich. Das ist heute nicht mehr der Regelfall. Verlasse dich nicht darauf, dort eine zu bekommen – bestell sie lieber vorab online oder geh direkt zu einer Prüfstelle.
Wer aus dem Ausland nach Deutschland einreist, kann die Plakette online bestellen und sich zuschicken lassen – oder bei einer Prüfstelle kurz hinter der Grenze vorbeischauen. Aus der Schweiz übernimmt der TCS (Touring Club Schweiz) die Ausgabe.
Zur Klarstellung: Die Umweltplakette erhält man also nicht direkt bei Autohero. Diese muss man selbst separat beantragen.
Was kostet die Umweltplakette?
Der Preis ist überschaubar – und variiert je nach Ausgabestelle leicht:
TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS: ca. 5 bis 15 Euro
ADAC (Mitglieder): ca. 6 Euro, Nichtmitglieder ca. 12 Euro
Kfz-Zulassungsstelle: ca. 5 Euro vor Ort, ca. 6 Euro online
Online-Versand mit Portokosten: je nach Anbieter bis ca. 20 Euro
Die Plakette ist eine Einmalausgabe. Da sie kein Verfallsdatum hat, fällt keine laufende Gebühr an.
Welche Fahrzeuge sind befreit?
Nicht jedes Fahrzeug braucht eine Plakette. Folgende Kategorien sind von der Plakettenpflicht ausgenommen:
Motorräder und Kleinkrafträder – generell von der Regelung ausgeschlossen
Fahrzeuge mit H-Kennzeichen (Oldtimer ab 30 Jahren) – dürfen trotz fehlendem Kat in Umweltzonen einfahren
Einsatz- und Katastrophenschutzfahrzeuge – Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste
Landwirtschaftliche Fahrzeuge und Arbeitsmaschinen
Schwerbehinderte mit Sonderausweis – nach individueller Ausnahmegenehmigung durch die zuständige Behörde
Für Fahrzeuge mit Ausnahmen gilt: Die zuständige Straßenverkehrsbehörde kann eine Einzugsausnahmegenehmigung erteilen, wenn keine ausreichende alternative Verkehrsanbindung besteht oder eine Härte nachgewiesen wird.
Was gilt für Elektroautos?
Elektrofahrzeuge erzeugen lokal keine Abgase – brauchen aber formal trotzdem eine grüne Umweltplakette. Das klingt widersprüchlich, und das ist es gewissermaßen auch. Die ursprüngliche Regelung wurde schlicht nicht mit Blick auf Fahrzeuge ohne Verbrennungsmotor konzipiert.
In der Praxis bekommt jedes E-Auto automatisch die Schadstoffgruppe 4 und damit die grüne Plakette – ohne Test, ohne Sonderprüfung. Die Plakette gibt es für Elektrofahrzeuge bei denselben Stellen wie für Verbrenner.
Ob E-Autos überhaupt eine Plakette brauchen sollten, wird politisch seit Jahren diskutiert – geändert hat sich daran rechtlich bisher nichts. Bis das passiert: einfach die grüne Plakette besorgen, einmal anbringen, erledigt.
Wo muss die Plakette angebracht werden?
Die Umweltplakette gehört auf die Innenseite der Windschutzscheibe – so, dass sie von außen gut lesbar ist. Die übliche Position ist rechts unten, in der Nähe der TÜV-Plakette. Wichtig: Die Plakette darf die Sicht des Fahrers nicht beeinträchtigen.
Wenn die Windschutzscheibe gewechselt wird, muss auch die Plakette neu beantragt werden – sie lässt sich nicht zerstörungsfrei ablösen und ist nur einmal verwendbar. Eine Ersatzplakette bekommst du gegen erneute Gebühr bei denselben Ausgabestellen.
Umweltzonen in Deutschland: Wo gilt die Plakette?
Rund 36 Städte in Deutschland betreiben aktive Umweltzonen. Die drei größten und am häufigsten besuchten:
Berlin: Das gesamte Stadtgebiet innerhalb des S-Bahn-Rings ist Umweltzone – eine der größten in Europa.
München: Die Umweltzone umfasst das Stadtgebiet innerhalb des Mittleren Rings.
Stuttgart: Hier gibt es neben der Umweltzone zusätzlich temporäre Diesel-Fahrverbote bei Feinstaubalarm. Die Umweltplakette allein reicht dann nicht.
Eine aktuelle, offizielle Karte aller Umweltzonen stellt das Umweltbundesamt (UBA) kostenlos zur Verfügung.
Wichtig: Umweltplakette und Diesel-Fahrverbote sind zwei verschiedene Regelungen. Ein Diesel mit grüner Plakette darf in eine Umweltzone – aber nicht unbedingt in eine Fahrverbotszone. Stuttgart und Hamburg haben solche Verbote für ältere Diesel eingeführt, die unabhängig von der Plakette gelten.
Was passiert, wenn du ohne Plakette fährst?
Das Einfahren in eine Umweltzone ohne gültige Plakette ist eine Ordnungswidrigkeit. Die Konsequenz:
Bußgeld: 100 Euro (kein Punkt in Flensburg)
Kontrollen erfolgen durch Polizei und Ordnungsamt – visuell am Fahrzeug
In einzelnen Städten wird bereits der Einsatz von Kamerasystemen zur automatischen Erkennung erprobt
Die Regelung gilt gleichermaßen für in- und ausländische Fahrzeuge. Wer mit einem Mietwagen oder einem Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen unterwegs ist, ist nicht automatisch ausgenommen.
Plakette, Fahrzeug, und was danach kommt
Wer ein gebrauchtes Fahrzeug kauft, sollte immer prüfen, ob es für alle deutschen Umweltzonen zugelassen ist – also ob es die grüne Plakette bekommt. Gerade ältere Diesel der Euro-3-Klasse oder darunter können hier zum Problem werden.
Bei Autohero sind alle angebotenen Gebrauchtwagen geprüft und aufbereitet. Die Fahrzeugdaten – inklusive Emissionsklasse – sind transparent im Angebot aufgeführt, sodass du schon vor dem Kauf weißt, ob dein Wunschfahrzeug die grüne Plakette erhält. Mit der 21-Tage-Geld-zurück-Garantie und einem Jahr Garantie kaufst du auch dann beruhigt, wenn du das Fahrzeug vorher nicht besichtigt hast.