Ein Stau auf der Autobahn verursacht erhebliche zusätzliche Emissionen

Was bedeutet die Emissionsklasse im Fahrzeugschein?

Letzte Aktualisierung: 12.06.2026

Die Emissionsklasse (Euro 1 bis Euro 6d) zeigt, wie viele Schadstoffe ein Fahrzeug ausstößt. Du findest sie in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter Feld 14.1 als vierstelligen Schlüsselcode. Diese Klasse bestimmt deine Kfz-Steuer, die Umweltplakette und ob du in städtische Umweltzonen fahren darfst. Erfahre in diesem Artikel mehr darüber, was diese Emissionsklassen bedeuten.

Das Wichtigste im Überblick:

  • Die Emissionsklasse steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter Feld 14.1.

  • Euro-Normen reichen von Euro 1 (ab 1992) bis Euro 6d (ab 2021) – je höher, desto sauberer.

  • Die Klasse beeinflusst die Kfz-Steuer, die Umweltplakette und die Zufahrtsberechtigung in Umweltzonen.

  • Diesel-Fahrzeuge sind bei Schadstoffklassen und Fahrverboten oft strenger bewertet als Benziner.

  • Eine Nachrüstung zur Verbesserung der Klasse ist möglich, aber mit bürokratischem Aufwand verbunden.

Was ist eine Emissionsklasse – und wozu brauche ich sie?

Die Emissionsklasse ist eine gesetzlich festgelegte Einstufung, die beschreibt, wie viele Schadstoffe ein Fahrzeug bei der Verbrennung ausstößt. Die EU legt diese Grenzwerte in den sogenannten Euro-Normen fest – von Euro 1 bis Euro 6d. Jede neue Norm verschärft die zulässigen Grenzwerte für Schadstoffe wie Stickoxide (NOx), Feinstaub (PM), Kohlenmonoxid (CO) und Kohlenwasserstoffe (HC).

Praktisch relevant wird die Emissionsklasse in drei Situationen:

  • Umweltzonen und Fahrverbote: In deutschen Innenstädten gilt für viele Bereiche die Pflicht zur grünen Feinstaubplakette. Ohne die passende Emissionsklasse fährst du nicht rein.

  • Kfz-Steuer: Die Steuer richtet sich beim Pkw nach CO2-Ausstoß und Hubraum. Wer eine schlechtere Emissionsklasse hat, zahlt indirekt mehr – vor allem bei älteren Dieseln mit Sonderregelungen.

  • Gebrauchtwagenkauf: Die Klasse beeinflusst Restwert, Versicherungsprämien und die langfristige Nutzbarkeit in bestimmten Regionen.

Wo finde ich die Emissionsklasse im Fahrzeugschein?

Die Emissionsklasse steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I – umgangssprachlich oft noch Fahrzeugschein genannt – unter Feld 14.1. Dort steht kein Klartext wie „Euro 5", sondern ein vierstelliger numerischer Emissionsschlüssel, zum Beispiel 0044 oder 0036.

So liest du den Code:

Die ersten beiden Stellen beschreiben die Schadstoffklasse, die letzten beiden die Geräuschklasse. Mithilfe der offiziellen Schlüsselnummerntabelle des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) lässt sich dieser Code in eine Euro-Norm übersetzen.

Alternativ:

  • Beim ADAC gibt es einen kostenlosen Umweltplaketten-Finder auf Basis der Fahrzeugdaten.

  • Das Kraftfahrtbundesamt (KBA) stellt offizielle Schlüssellisten bereit.

  • Bei neueren Fahrzeugen steht die Euro-Norm manchmal im Feld V.9 der Zulassungsbescheinigung im Klartext.

Tipp: Wenn du einen Gebrauchtwagen kaufst und die Emissionsklasse nicht eindeutig erkennst, lass dir vom Verkäufer die vollständige Zulassungsbescheinigung zeigen und vergleiche Feld 14.1 mit der offiziellen KBA-Schlüsselliste.

Die Euro-Normen im Überblick: Von Euro 1 bis Euro 6d

Euro-NormTypzulassung abErstzulassung Pkw bisWichtigste Neuerung
Euro 107/199201/1993Einführung des Katalysators als Pflicht
Euro 201/199601/1997Strengere CO- und HC-Grenzwerte
Euro 301/200001/2001NOx-Grenzwerte verschärft
Euro 401/200501/2006Partikelfilter bei Dieseln empfohlen
Euro 509/200901/2011Dieselpartikelfilter (DPF) Pflicht
Euro 6 (a–d)09/201409/2015NOx-Grenzwert Diesel deutlich verschärft
Euro 6d-TEMP09/2017 09/2017 09/2019RDE-Pflicht eingeführt (Phase 1)
Euro 6d01/202001/2021Striktere RDE-Konformitätsfaktoren

Quellen: Europäische Kommission, Kraftfahrtbundesamt

Wichtig für Diesel-Fahrer:

Erst ab Euro 6 erfüllen Dieselfahrzeuge die Voraussetzungen für die grüne Umweltplakette ohne Einschränkungen in deutschen Umweltzonen. Euro-5-Diesel dürfen in den meisten Zonen noch fahren, sind aber in einigen Städten wie Stuttgart oder München von bestimmten Straßen ausgeschlossen.

Euro 5 vs. Euro 6 Diesel: Was ist der reale Unterschied?

Euro 6 ist gegenüber Euro 5 deutlich strenger – vor allem beim Stickoxid-Ausstoß. Das hat direkte Konsequenzen für Fahrverbote, Restwert und Alltagsnutzung.

Stickoxid-Grenzwerte (NOx):

  • Euro 5 Diesel: 180 mg/km

  • Euro 6 Diesel: 80 mg/km

Das entspricht einer Reduktion um rund 56 Prozent. Dieser Wert war der Hauptauslöser für die Diesel-Fahrverbotsdebatte: Viele Euro-5-Diesel überschritten im Realbetrieb die Prüfstandswerte erheblich.

Real Driving Emissions (RDE):

Ab Euro 6d-TEMP müssen Fahrzeuge die Grenzwerte nicht nur im Labor nachweisen, sondern auch im echten Straßenbetrieb – gemessen mit portablen Messgeräten (PEMS). Euro 6d-TEMP erlaubte dabei noch einen Konformitätsfaktor von 2,1. Euro 6d reduziert diesen auf 1,43 für NOx.

Was bedeutet das beim Kauf?

Wer heute einen Gebrauchtwagen kauft und in einer deutschen Großstadt wohnt oder pendelt, sollte mindestens auf Euro 6 bestehen – idealerweise Euro 6d-TEMP oder Euro 6d. Ein Euro-5-Diesel kann kurzfristig günstiger sein, birgt aber das Risiko lokaler Fahrverbote und schlechterer Restwertentwicklung.

Schadstoffklasse und Umweltplakette: Was hängt zusammen?

In Deutschland gibt es drei Kategorien von Feinstaubplaketten: rot (Kategorie 2), gelb (Kategorie 3) und grün (Kategorie 4). Welche Plakette ein Fahrzeug bekommt, hängt direkt von der Emissionsklasse ab.

PlaketteFarbeBenzinerDiesel
KeineEuro 1 und älterEuro 1 und älter
Rot2Euro 2Euro 2
Gelb3Euro 3Euro 3
Grün4Euro 2+ (mit Katalysator), Euro 3+Euro 4+

Quelle: Umweltbundesamt - Hinweis: Die genaue Zuordnung hängt vom Erstzulassungsdatum und der Schadstoffschlüsselnummer ab.

In nahezu allen deutschen Umweltzonen ist nur noch die grüne Plakette (Kategorie 4) zugelassen. Das bedeutet: Ein Diesel muss mindestens Euro 4 erfüllen, ein Benziner mindestens Euro 2 (mit Katalysator).

Achtung: In einigen Städten gelten darüber hinaus lokale Fahrverbote speziell für ältere Diesel (Euro 4 und Euro 5), die über die allgemeine Umweltzonenregelung hinausgehen. Diese Regeln variieren je nach Stadt und werden laufend aktualisiert. Den aktuellen Stand findest du beim Umweltbundesamt oder der jeweiligen Stadtverwaltung.

Welche Emissionsklasse hat mein Auto – und wie ermittle ich sie?

Es gibt drei zuverlässige Wege, die Emissionsklasse deines Fahrzeugs zu ermitteln:

  1. Feld 14.1 in der Zulassungsbescheinigung Teil I prüfen: Vierstelligen Emissionsschlüssel mit der KBA-Tabelle abgleichen. Die aktuellen Schlüsselnummern findest du auf der Webseite des Kraftfahrtbundesamtes.

  2. FIN / Fahrzeugidentifikationsnummer nutzen: Bei manchen Herstellern kannst du über die 17-stellige FIN (auch VIN genannt) direkt die Emissionsklasse aus der Herstellerdatenbank abfragen.

  3. ADAC-Umweltplaketten-Finder: Einfache Online-Eingabe von Kennzeichen oder Fahrzeugdaten, sofortige Ausgabe der Klasse und passenden Plakette.

Wenn du einen Gebrauchtwagen kaufst, ohne die Unterlagen direkt einsehen zu können, solltest du ausschließlich auf verifizierten Plattformen kaufen, die diese Angaben transparent ausweisen.

Lässt sich die Emissionsklasse verbessern?

Ja – aber mit Einschränkungen. Die gängigste Methode ist die Nachrüstung eines Partikelfilters oder einer SCR-Anlage (Harnstoff-Einspritzung zur NOx-Reduzierung).

Wichtig zu wissen:

  • Eine Nachrüstung muss durch ein offiziell zertifiziertes System erfolgen und vom TÜV oder einer anerkannten Prüfstelle abgenommen werden.

  • Die Änderung muss in der Zulassungsbescheinigung eingetragen werden, damit sie rechtlich wirksam ist.

  • Nicht jedes Fahrzeugmodell ist nachrüstbar – und die Kosten (Stand 2025: oft zwischen 1.500 und 3.500 Euro) amortisieren sich nicht immer.

  • Förderprogramme: In einigen Bundesländern und Kommunen gab es temporäre Zuschüsse für Dieselnachrüstungen. Diese Programme sind überwiegend ausgelaufen; aktuelle Informationen bietet das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV).

Kommt bald Euro 7?

Die EU-Kommission hat einen Vorschlag für die Euro-7-Norm vorgelegt, der ursprünglich für 2025 geplant war. Nach intensiven Verhandlungen im Europäischen Parlament und Rat wurde die Norm abgeschwächt und verschoben. Für Pkw wird Euro 7 voraussichtlich ab 2030 für neue Typzulassungen gelten.

Die wesentlichen Neuerungen gegenüber Euro 6d:

  • Bremsstaub- und Reifenabrieb-Grenzwerte erstmals einbezogen

  • Erweiterte Anforderungen an die Lebensdauer von Abgasreinigungssystemen

  • Strengere Anforderungen auch für Elektrofahrzeuge (Partikel aus Bremsen und Reifen)

Den aktuellen Stand zu Euro 7 findest du direkt bei der Europäischen Kommission.

Emissionsklasse beim Gebrauchtwagenkauf: Worauf solltest du achten?

Wer heute einen Gebrauchtwagen kauft, sollte die Emissionsklasse frühzeitig in die Kaufentscheidung einbeziehen. Besonders bei Dieselfahrzeugen in urbanen Regionen kann eine veraltete Norm innerhalb weniger Jahre zu praktischen Nutzungseinschränkungen führen.

Bei Autohero prüfen wir die Emissionsklasse jedes Fahrzeugs im Rahmen unseres Qualitätsprozesses, bevor es zum Verkauf angeboten wird. Zu jedem Fahrzeug, das auf unserer Website erscheint, finden Sie unter den Fahrzeugdaten eine übersichtliche Beschreibung der Schadstoffklasse, der CO₂-Emissionen und der Art der Umweltplakette.

Auf Autohero findest du bei jedem Fahrzeug transparente technische Daten, einschließlich der Emissionsklasse – klar und vollständig ausgewiesen. Alle Gebrauchtwagen sind geprüft und aufbereitet; mit 21-Tage-Geld-zurück-Garantie und einem Jahr Garantie inklusive weißt du von Anfang an, woran du bist.

Häufige Fragen zur Emissionsklasse

Sie steht in der Zulassungsbescheinigung Teil I unter Feld 14.1 als vierstelliger Emissionsschlüssel. Manche neueren Fahrzeuge haben die Euro-Norm auch im Feld V.9 im Klartext eingetragen. Den Schlüssel kannst du mit der offiziellen KBA-Tabelle übersetzen.
D4 steht für „Diesel, Euro 4". Fahrzeuge mit dieser Einstufung erhalten die grüne Umweltplakette, können aber in Städten mit lokalen Dieselfahrverboten eingeschränkt sein.
Du brauchst mindestens die grüne Feinstaubplakette. Benziner benötigen dafür mindestens Euro 2 (mit Katalysator), Diesel mindestens Euro 4. In einigen Städten gilt für ältere Dieselfahrzeuge trotz grüner Plakette ein zusätzliches Fahrverbot.
Beide Normen verlangen RDE-Tests im Realbetrieb. Euro 6d-TEMP erlaubt noch höhere Konformitätsfaktoren bei den NOx-Werten; Euro 6d ist die strengere Endfassung und gilt seit Januar 2021 für alle Neuzulassungen. Beim Gebrauchtwagenkauf ist Euro 6d die zukunftssicherere Wahl.
Nein. Elektrofahrzeuge haben keinen Verbrennungsmotor und fallen nicht unter die klassischen Euro-Abgasnormen. Sie sind automatisch von Fahrverboten in Umweltzonen ausgenommen. Die künftige Euro-7-Norm plant jedoch erstmals Regelungen für Feinstaub aus Bremsen und Reifen auch bei Elektrofahrzeugen.
Die Kfz-Steuer richtet sich seit 2021 nach CO2-Ausstoß und Hubraum, nicht direkt nach der Euro-Norm. Ältere Fahrzeuge mit höherem CO2-Ausstoß zahlen in der Regel mehr. Einen genauen Überblick bietet der Zoll.

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