Was kostet die Hauptuntersuchung beim TÜV 2026?
Inflation, höhere Betriebskosten bei Prüfstellen und neue gesetzliche Vorgaben haben die TÜV-Gebühren in den letzten Jahren weiter ansteigen lassen.
Die Kosten für die Hauptuntersuchung (HU) inklusive Abgasuntersuchung (AU) variieren je nach Fahrzeugtyp, Gewicht und Prüfaufwand. 2026 liegen die Preise laut ADAC und anderen Prüfstellen für einen Pkw bis 3,5 Tonnen bei durchschnittlich 110 bis 150 Euro. Inklusive AU zahlen Verbrenner meist rund 150 Euro. Bei Elektroautos entfällt die AU, deshalb kostet die HU für E-Autos zwischen 56 und 74 Euro. Motorräder liegen bei etwa 85 Euro. Für schwere Fahrzeuge oder Wohnmobile liegen die Gebühren noch höher.
Zusätzliche Kosten beim TÜV
Weitere Gebühren können in folgenden Fällen anfallen:
- Muss dein Auto zur Nachprüfung, zahlst du 15–25 Euro plus eventuelle Reparaturkosten.
- Bei einer TÜV-Überziehung von mehr als zwei Monaten wird die HU um 20% teurer.
- Bei Verkehrskontrollen drohen Bußgelder, wenn die HU überzogen ist:
- 15 Euro (2–4 Monate überzogen)
- 25 Euro (4–8 Monate überzogen)
- 60 Euro plus 1 Punkt in Flensburg (über 8 Monate überzogen)
- Tuning oder Umbau am Fahrzeug erfordert eine Änderungsabnahme. Die Kosten liegen je nach Aufwand und Prüfstelle bei 50–80 Euro.
Tipp: Viele Nachrüstteile haben eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) und brauchen keine kostenpflichtige Eintragung. Die ABE solltest du zur HU mitbringen.
Regionale Unterschiede bei den TÜV Kosten
Die TÜV-Preise 2026 können zwischen den Bundesländern und sogar einzelnen Prüfstellen deutlich variieren, da sie von den jeweiligen Prüforganisationen (z. B. TÜV, DEKRA, GTÜ, KÜS) und lokalen Betriebskosten abhängig sind. Besonders in Großstädten wie Berlin, Hamburg oder München sind die Kosten oft am oberen Ende der Spanne. Der Preisunterschied liegt meist bei bis zu 20 Euro.
Durchschnittliche TÜV- und AU-Kosten 2025 in den verschiedenen Bundesländern (Handelsblatt)
In Großstädten bewegen sich die Gesamtkosten für HU und AU meist im oberen Bereich der Spanne (bis 150 Euro), in ländlichen Regionen können sie günstiger sein (ab 110 Euro). Geringere Unterschiede von Standort zu Standort sind allerdings üblich. Größere Preisunterschiede zwischen einzelnen Bundesländern gibt es kaum, da die Gebühren vor allem prüfstellenabhängig vergeben werden.
TÜV-Anbieter im Vergleich
Ein Preisvergleich der angebotenen Leistungen vor Ort kann sich lohnen. Für die Hauptuntersuchung stehen dir bundesweit TÜV, DEKRA, GTÜ und KÜS zur Auswahl – jeweils mit leichten Preisunterschieden. Zudem kannst du die HU auch in vielen Werkstätten erledigen lassen, wo meist ein Prüfer einer dieser Organisationen regelmäßig vorbeikommt. Praktisch: In der Werkstatt können erkannte Mängel oft direkt behoben werden, um ein Nachprüfen zu vermeiden.
Unterschiede zwischen TÜV und DEKRA
Insgesamt wurden 2023 in Deutschland rund 30,9 Millionen Fahrzeuguntersuchungen von den verschiedenen Überwachungsinstitutionen durchgeführt. Davon wurden gut 11,5 Millionen Fahrzeuge vom TÜV und rund 10,2 Millionen von der DEKRA geprüft. TÜV und DEKRA sind einfach die bekanntesten Prüforganisationen. Sie unterscheiden sich rein äußerlich, denn die TÜV-Prüfer sind in der Regel blau gekleidet, die DEKRA-Prüfer grün.
Alle Organisationen haben dieselben gesetzlichen Prüfvorgaben. Ansonsten gibt es keine nennenswerten Unterschiede, denn im Endeffekt ist alles davon abhängig, an welchen Prüfer du gerätst. Schau dir einfach die Bewertungen der einzelnen Anbieter an, vor allem zu den Themen Kundenservice, Öffnungs- und Wartezeiten sowie Flexibilität bei der Terminvergabe.
Solltest du eine Kopie deines HU-Prüfberichts brauchen, zum Beispiel weil du das Original verloren hast, bietet die DEKRA einen Vorteil: Hier kannst du Zeit und Geld sparen, indem du den Prüfbericht einfach online beantragst. Beim TÜV hingegen musst du persönlich vorstellig werden.
Die durchschnittlichen HU-Kosten inklusive AU (Abgasuntersuchung) variieren je nach Anbieter. Hier sind die Kosten im Überblick:
- TÜV Süd: 143 – 162 Euro
- TÜV Nord: 147 – 162,10 Euro
- DEKRA: Preise auf Anfrage
Günstiger TÜV: So sparst du Geld bei der Hauptuntersuchung
Damit du bei der HU nicht so tief in das Portemonnaie greifen musst, haben wir dir einige clevere Möglichkeiten aufgelistet, mit denen du Geld sparen kannst beim TÜV:
- Vorab-Check durchführen: Prüfe Beleuchtung, Reifendruck und offensichtliche Mängel selbst. Kleinere Reparaturen kannst du vorab erledigen, um Nachprüfungskosten zu vermeiden.
- Wohnortnähe: Indem du einen Anbieter in Wohnortnähe suchst, kannst du dir hohe Anfahrtskosten sparen.
- Anbieter vergleichen: Vergleiche die Preise der Prüforganisationen in deiner Region. Manche Werkstätten bieten Rabatte, wenn du mehrere Serviceleistungen buchst.
- Frühzeitige Terminbuchung: Buche deinen Termin rechtzeitig, um Bußgelder für das Überziehen des TÜV zu vermeiden.
Neue Vorschriften und was sie für dich bedeuten
Seit 29. Mai 2024 ist die neue Abgasnorm Euro 7 in Kraft. Sie ist für Autos und leichte Nutzfahrzeuge, die erstmals eine Typgenehmigung erhalten, ab dem 29. November 2026 verpflichtend und für alle neu zugelassenen Pkws und leichten Nutzfahrzeuge ab Ende November 2027.
Was ändert sich mit Euro 7?
- Strengere Tests: Feinstaubpartikel aus Bremsen und Reifenabrieb werden reguliert, auch bei Elektroautos.
- Mindestlebensdauer für Batterien: Neue Tests für E-Autos, z. B. bei minus 7 Grad.
- Häufigere Nachprüfungen: Strengere Prüfverfahren könnten dazu führen, dass mehr Fahrzeuge zur Nachprüfung müssen.
Laut Euro 7 bleiben die Grenzwerte in puncto Stickoxide und Feinstaubpartikel für Pkws und leichte Nutzfahrzeuge zwar gleich, allerdings gelten sie nun für alle Benziner (nicht wie bisher nur für Ottomotoren mit Direkteinspritzung).
Darüber hinaus werden künftig ebenfalls die Feinstaubpartikel aus dem Abrieb von Bremsen und den Mikroplastikabrieb von Reifen reguliert. Das betrifft auch reine E-Autos und Brennstoffzellenfahrzeuge, die keine Abgase produzieren. Noch sind Prüfverfahren und Grenzwerte nicht festgeschrieben, man kann aber auf lange Sicht mit strengeren Tests rechnen und damit, dass mehr Autos zur Nachprüfung müssen.
Ein weiterer Punkt der Euro 7 ist die Mindestlebensdauer für die Antriebsbatterie von E-Autos. Hier soll in Zukunft ein Tieftemperaturtest bei minus 7 Grad verpflichtend sein. Die Prüforganisationen werden daher in neue Technologien investieren müssen, auch im Hinblick auf die wachsende Zahl von Assistenzsystemen.
Fazit: So kannst du die TÜV-Kosten im Rahmen halten
Gestiegene Betriebskosten und neue gesetzliche Anforderungen tragen dazu bei, dass die TÜV-Kosten weiter steigen. Du kannst jedoch Geld sparen, indem du die neuesten Vorschriften im Blick hast, vorab kleinere Mängel an deinem Auto behebst, die günstigste Prüfstelle auswählst und deinen Termin frühzeitig buchst.
Mit einem Gebrauchtwagen von Autohero brauchst du dir ein Jahr lang erstmal keine Sorgen um den TÜV machen: Zusätzlich zur 1-Jahres-Garantie sind bei uns nämlich HU und AU mindestens 12 Monate gültig. Ein aktueller Verbandskasten, Warndreieck und Warnweste sind zudem immer mit an Bord.